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Inov8 Roadclaw 275: Allrounder mit Grip.

Ich bin ein wenig wenig aufgeregt. Schließlich habe ich nie einen Testbericht geschrieben und ehrlicherweise weiß ich auch gar nicht, wie das geht. Aber da einige an meiner Meinung zum ersten Straßenschuh von Inov8 interessiert sind, kommt hier mein völlig subjektiver Eindruck des Schuhs.

Vorweg: Seit ich mich überwiegend auf Trails konzentriere, habe ich kaum noch Straßenlaufschuhe im Schrank. Meine Auswahl bestand aus einem Saucony Ride 7, der aber völlig am Ende war und dem Nike Pegasus 30, den ich irgendwann mal als Schnäppchen im Nike Outlet in Herzogenaurach mitgenommen habe und sehr schätze. Also musste ein neues Modell her. Die aktuellen Saucony Modell machten zwar auch einen guten Eindruck, aber Inov8 mag ich einfach und außerdem läuft die Schuhe nicht jeder zweite. Ja, ich weiß: Dämliches Argument.


Also entschied ich mich trotz der üppigen 8mm Sprengung für den Roadclaw. Außerdem – und das ist ja als Wahlschwabe nicht ganz unwichtig – sind die Schuhe der Engländer meist relativ günstig. Meist, aber nicht immer. Denn den Roadclaw fand ich nirgendwo unter 120 Euro (mittlerweile bekommt man in aber für 100 Euro). Sparfuchs, der ich aber bin, schaute ich bei ebay und fand ein neues Modell zum Spitzenpreis von 88 Dollar – inkl. Versand und Zoll. Und so zahlte ich für meine neuen Schuhe ca. 80 statt 120 Euro und erhielt sie eine Woche später aus Rocky Mount, North Carolina. Da wird man doch spontan zum Freund der globalen Marktwirtschaft!

Jetzt aber zum Schuh: Ich könnte was schreiben zur „dynamischen und energieeffizienten POWERFLOW Zwischensohlentechnologie“, zum „Fascia Band™, das den Abdruck über den Vorfuß unterstützt“ oder zur „abriebfesten TRI-C Außensohle mit optimaler Kraftübertragung“. Das Problem ist nur, dass ich so etwas für 20% Technologie und 80% Marketing halte – wenn überhaupt! Die Hersteller überbieten sich in der Kreation immer abgefahrener Begriffe für irgendwelche Technologien, von denen die Konsumenten nicht mal wissen, wie sie eigentlich funktionieren. Aber Hauptsache, es klingt teuer.

Aber was ich zum Roadclaw 275 sagen kann:
Durch die für einen Straßenschuh sehr profilierte Sohle und die 8 mm Sprengung hat man das Gefühl, eine Menge Schuh am Fuß zu haben. Doch das fühlt sich erstaunlich gut und stabil an und ganz und gar nicht schwerfällig. Als ich den Schuh auf einer verregnete Abendrunde das erste Mal trug, hatte ich dieses tolle Gefühl, schnell laufen zu wollen und zu können. Das liegt zum einen daran, dass Innov8 einfach weiß, wie man griffige Sohlen baut, die auch auf nassem Asphalt Standfestigkeit garantieren. Und zum anderen daran, dass der Schuh trotz seines Volumens ziemlich flexibel ist.

Ich bin mittlerweile 215 Kilometer mit dem Straßenschuh von Inov8 gelaufen und kann sagen:
Dank der Sohle und der robusten Bauweise mit Zehenkappe ist er für mich ein Pendant zum Pegasus – und damit für mich der perfekte Trainingsschuh. Denn in den seltensten Fällen laufe ich komplett auf Asphalt. Und ein paar Kilometer auf Waldwegen oder sogar Trails macht der Roadclaw locker mit. Und damit wäre er zum Beispiel auch ein perfekter Begleiter für den Hermannslauf.

Bei Größe 42,5.

 

Ich kann hier keine Punkte, Sternchen oder Noten verteilen, aber zu besseren Einordnung kann ich Fragen beantworten.

Würde ich mit dem Roadclaw 275 einen Marathon laufen?
Jederzeit.

Würde ich mit dem Roadclaw 275 einen Straßenmarathon auf Bestzeit laufen?
Nein, dafür ist er einfach zu massiv und die Sohle überdimensioniert.

Wäre der Roadclaw 275 eine Option, wenn ich nur einen einziges Laufschuhpaar haben könnte?
Definitiv.

Achja: Größentechnisch fällt der Schuh so aus wie seine Trailbrüder von Inov8. Und das Design? Ich sag mal: Da geht noch was. Die blau-gelbe Farbgebung ist zwar völlig okay, löst jetzt bei mir aber auch keine Jubelstürme aus. Es wirkt leicht überholt. Aber andererseits: Wen interessiert das schon?!

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